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Heinrich Podeus - der mecklenburgische Krupp
Am 9. November 1832 wurde Heinrich Podeus als Sohn einer Kapitänsfamilie in Warnemünde geboren. 1858 übernahm der 26jährige sein erstes Schiff - die "Hans Georg". Auf den Reisen nach England knüpfte die Kontakte, auf deren Basis er später sein Unternehmen aufbaute. Nach einer zweiten Reise nach New York kehrte Podeus nicht mehr nach Hause zurück. Ein Jahr später ließ er sich mit seiner neuen Firma "H. Podeus Kohlenimport" in das Wismarer Handelsregister eintragen.
1879 kaufte der Unternehmer die Eisengießerei und Maschinenfabrik Crull & Co in Wismar, zu der auch eine Waggonfabrik gehörte. 1895 waren hier etwa 200 Menschen beschäftigt. 1894 ließ Podeus eine neue Waggonfabrik vor dem Altwismartor errichten, wo um 1900 rund 450 Beschäftigte jährlich etwa 500 Eisenbahnwaggons herstellten. Der ehemalige Kapitän entwickelte sich zum Großkaufmann, Reeder und zum größten privaten Unternehmer in der Metall verarbeitenden Industrie des Landes. Heinrich Podeus war kein wissenschaftlicher Tüftler im Bereich technischer Neuerungen. Dieses Feld überließ er unter anderem seinen Söhnen. Er war aber in der Lage, Trends und Marktchancen zu überblicken.
Nach seinem Tod am 21. Juli 1905 lösten die Söhne das Unternehmen in verschiedene Bestandteile auf. Die 1906 begonnene und durch den Ersten Weltkrieg geführte Automobilproduktion im Bereich von Pkw und Lkw konnte nach 1918 nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Waggonfabrik ging an ein Berliner Konsortium unter der Bezeichnung "Eisenbahnverkehrsmittel AG" über. Aufgrund der schlechten Ertragslage in der Weltwirtschaftskrise schloss das Unternehmen H. Podeus 1932 endgültig seine Pforten.
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