Hermann Willebrand
geb.: 16.03.1816 in Melz bei Röbel
gest.: 10.06.1899 in Schwerin
Hermann Willebrand war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten mecklenburgischen Architekten des Historismus. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das Sommerschloss in Raben Steinfeld (1886 - 1887 im Stil der Neorenaissance errichtet), das Museum in Schwerin (1875 - 1882), das Hauptgebäude der Universität Rostock (1867 - 1870) und das Gymnasium am Pfaffenteich in Schwerin (1868 - 1870).
Willebrand wurde 1816 in Melz bei Röbel geboren und studierte von 1835 bis 1838 an der Bauakademie in Berlin. 1839 wurde er mecklenburgischer Bauaufseher. Seine Aufgabe war vorrangig die Planung und Steuerung der Bauausführung. Das erste große Projekt an dem sich Willebrand beteiligte, war das Arsenal in Schwerin (1840 - 1844).
Willebrand trug auch zu den umfangreichen Umbauarbeiten des Schweriner Schlosses zwischen 1842 und 1857 bei. Gemeinsam mit Georg Adolf Demmler reiste er in Vorbereitung des Umbaus für drei Monate nach Frankreich, um dort Ideen zu sammeln.
1851, nach der Entlassung Demmlers, wurde er zum Hofbaumeister des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin ernannt und trug nun die Verantwortung für alle Bauprojekte des großherzoglichen Hofes. Dazu gehörte auch das "Museum für Künste und Alterthümer", das heutige Staatliche Museum Schwerin (1875 - 1882). Von der großzügigen Freitreppe des Schweriner Museums bietet sich ein schöner Blick über das elegante Ensemble des Alten Garten, zu dem die ebenfalls von Willebrand entworfene Siegessäule gehört.
Für seine Arbeit erhielt er 1882 anlässlich der Einweihung des Museums den Titel Ober-Hofbaurat.
Er lebte bis zu seinem Tode 1899 in Schwerin.
Weiterführende Literatur:
Bartels, Olaf; Berswordt-Wallrabe, Kornelia von: Der Architekt Hermann Willebrand (1816-1899), Hrsg. vom Staatlichen Museum Schwerin und der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern. 2000
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