Am 7. November 2010 wird der 200. Geburtstag von Fritz Reuter im Land Mecklenburg-Vorpommern festlich begangen. Aber bereits das ganze Jahr über werden Veranstaltungen zu Reuter stattfinden. Die Website www.Reuter200.de gibt Auskunft über die geplanten Veranstaltungen im ganzen Land.
"Wer nich bedrüggt, de ward bedragen"
Lustspiel von Marion Balbach mit der Niederdeutschen Bühne Wismar
Betrug: Laut Lexikon eine »Vermögensschädigung eines anderen in Bereicherungsabsicht« (§263 StGB)!
Pfui Düwel, wo gräsig! Das Gesetzbuch sieht deshalb dafür auch Freiheitsstrafen vor. Man wat würden wi woll grienen, wenn een Bedreger sülwst bedragen ward! Und was ist, wenn der Geschädigte sein Eigentum selbst durch Betrug erworben hat? Da gerät das Gesetz doch in Schieflage! Teihn Gebote stahn in de Bibel. Oewer mihr as fiefundörtig Millionen Gesetze gifft dat in de Welt, üm disse Gebote to verkloren. Weckereen sall sick dor torecht finnen? Da ist es doch eigentlich nur gerecht, wenn man sich mit einer eigenen Theorie den rechten Weg sucht. Aber schon Schiller wusste: »Mit des Geschickes Mächten ist kein ew´ger Bund zu flechten«. Und wenn dann noch weibliche Emotionen dazukommen! Denn der Betrug an einer Frau...!!! Wohrt juch! De Erfohrung mücht man ok den slimmsten Bedreger nich tomoden. Dor geht de best Harmonie koppheister, un koppoewer geht dat as dull un unklok, wenn dat heet: »Wer nich bedrüggt, de ward bedragen«.
Termin: 13. Februar um 16 u. um 20 Uhr, 14. Februar um 15 Uhr
Ort: Theater im Stadthafen, Rostock
"...Un Baben wahnen de Engel"
Die Fritz-Reuter-Bühne Schwerin mit einem Lustspiel von Jens Exler
Die altjüngferlichen Geschwister Helene und Elvira Engel würden aus ihrer kleinen Dachwohnung gern in die größeren Räume im Parterre ziehen, schon wegen ihres Alters und der ewigen Schlepperei mit den schweren Kohleeimern. Der Hauswirt aber vergibt die untere Wohnung laufend an andere Mieter, was nicht einzusehen ist. So erfinden die beiden Damen einen Poltergeist, der so auf die Nerven geht, dass sie damit schon drei Familien vergrault haben, und die neu eingezogene Familie Schlüter hat auch schon wieder Umzugsgedanken. Nun aber zieht ihr Neffe Klaus als Untermieter bei ihnen ein, und ausgerechnet dessen Jugendliebe Karin heißt Schlüter und wohnt im Parterre. Schnell ist beiden klar, dass nichts sie wieder trennen soll, wenn da nicht der verflixte Klopfgeist wäre. Durch Zufall wird Klaus Zeuge, wo der Unhold haust und nimmt und nimmt nun alle Fäden in die Hand. Doch jetzt wird es erst richtig gespenstisch - plötzlich ist Tante Elvira über Nacht spurlos verschwunden, die Kassette mit allem Geld auch, und der Hauswirt scheint ein Kapitalverbrechen aufklären zu müssen…
Termin: 13. Februar um 19:30 Uhr
Ort: Theater Putbus
"De Dood in´n Appelboom"
Schauspiel von Paul Osborn
Das anrührende Märchen für Erwachsene folgt dem verbreiteten Motiv vom überlisteten Tod, das nicht nur bei den Brüdern Grimm, sondern auch in etlichen Märchen anderer Völker auftaucht. Mit der Inszenierung dieses Stückes ist für die Fritz-Reuter-Bühne einiges Ungewohnte verbunden: Das erste Märchen im Abendspielplan und das erste Mal Kinder in einer Hauptrolle. Allein der letzte Punkt ist gesetzlich, organisatorisch und sprachlich eine Herausforderung für alle Beteiligten. Stups hat seine Eltern verloren und wächst bei seinen Großeltern auf, sehr zum Ärger seiner Tante Edelgart. Die würde den Jungen gar zu gerne unter ihre Fittiche nehmen, denn dann könnte sie auch sein Erbe verwalten. Stups aber möchte unbedingt bei Oma Nele und Opa Julius bleiben, den besten Großeltern der Welt. Bald jedoch steigen Edelgarts Chancen, denn Herr Hein, ein unheimlicher Gast, ist gekommen, und Oma Nele musste für immer mit ihm gehen. Und wenn er nun bald wiederkommt und auch Julius ihm folgen muss, was wird dann aus Stups? Nur ein Wunder kann helfen, und dieses Wunder geschieht: Julius hat für eine gute Tat einen Wunsch frei. Unbewusst spricht er ihn aus, als ein Junge ihm Äpfel klaut, und nun kann keiner mehr von seinem Apfelbaum herunter, wenn Julius es nicht will. Auch der mächtige Herr Hein nicht, der tatsächlich gekommen ist, um Julius zu holen und mit List auf den Baum gelockt wurde. Als Julius davon erzählt, glaubt ihm niemand, denn außer ihm und Stups kann keiner den Tod im Apfelbaum sehen. Edelgart will Julius nun für verrückt erklären lassen, und Stups weiß keinen Ausweg mehr ....
Termine: 17. Februar um 19:30 Uhr
Ort: E-Werk Schwerin
Fritz-Reuter-Ausstellung in der Stadtbibliothek Wismar
Aus Anlass des 200. Geburtstages Fritz Reuters (geb. 1810 in Stavenhagen – gest. 1874 in Eisenach) zeigt die Stadtbibliothek im Zeughaus eine Ausstellung zum bekannten Dichter. Aus der Privatsammlung des Wismarers Hinrich Siedenschnur sind besonders wertvolle und interessante Exponate ausgewählt worden, um einen Überblick über das Schaffen des niederdeutschen Autoren zu geben. Darunter bestechen vor allem auch die Kalenderblätter, des Wismarer Zeichners Dr. Karl Fröck, auf dem Stationen aus dem bewegten Leben Reuters dargestellt werden. Fritz Reuter gilt als der größte niederdeutsche Dichter, sein Werk umfasst u.a. die bekannten „Läuschen und Riemels“, „Kein Hüsung“, „Ut mine Stromtid“ und „Ut mine Festungstid“. Davon sind auch wertvolle Exemplare in den Vitrinen zu sehen. Viele der Bücher Reuters erschienen im Hinstorff Verlag Wismar.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Sonnabend von 10 bis 14 Uhr.
Dauer: bis 25. Februar
Ort: Eingangsbereich der Stadtbibliothek in der Ulmenstr. 15, Wismar
Premiere: "Dat´s orrig wat taun Hoegen“
Ein plattdeutsches Programm mit unterhaltsamen Geschichten vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit Hans–Peter Hahn, musikalische Begleitung: Peter Körner.
Termin: 28. Februar um 16 Uhr
Ort: BÜHNE 602, Rostock
Der Radiotipp:
De Woch up Platt
Wat wier los in Meckelborg-Vörpommern? Immer zum Wochenende sendet NDR 1 Radio MV die Nachrichten der Woche up Platt. Un denn ward meldt, wat´t Nieges gäben hett in Politik, Wirtschaft, Sport orrer Kultur. "De Woch up Platt" hören Sie freitags in "Der Tag um..." um 18.20 Uhr und sonntags in "Plattdütsch an`n Sünndag" um 6.50 Uhr und 8.20 Uhr – allens up Platt.
Wissenswertes und zum Schmunzeln:
Fru Püttelkow
Viele Hagenower und ihre Gäste meinen, dass es diese Fru Püttelkow (plattdeutsch für: Frau Püttelkow) tatsächlich einmal in Hagenow gegeben hätte. Dem ist aber nicht so. Frau Püttelkow ist eine erfundene Figur aus dem plattdeutschem Folk-Song „Fru Püttelkow ut Hagenow“ der Gruppe De Plattfööt und erst dadurch zu einer mecklenburgischen Kultfigur geworden. Geschrieben wurde der Song von Klaus Lass. Die Anregung kam ihm mit Blick auf eine tatsächlich passierte Geschichte. Damit das ganze ein wenig anonymer wurde, erfand Klaus Laas diese Fru Püttelkow und weil es sich so schön reimte, wohnte die dann auch noch in Hagenow ... mehr Mecklenburg ging nun wirklich nicht! In dem Lied wird sie als Besitzerin einer Herrenkonfektion beschrieben, bei der die ganze Stadt ein- und ausgeht, um ein Schwätzchen mit ihr zu halten. Auf Grund dieser Informationen und ihrer cleveren Art die Leute auszuhorchen ist Fru Püttelkow immer die bestinformierte Person in Hagenow. Durch die Bekanntheit des Songs, der 1982 auf der Amiga-Langspielplatte „Platt for ju“ erschien, wurde sie mit der Zeit tatsächlich zu einer mecklenburgischen Kultfigur, die seit dem 24. Mai 2007 als eine Figur des Fiek\'n-Brunnens auf dem Rathausplatz von Hagenow steht. Aber wie bereits eingangs erwähnt: Diese Fru Püttelkow hat es nie in Hagenow gegeben.
"Kiek mal an!"
"Kiek mal an!" ist eine Sammlung plattdeutscher Kurzgeschichten aus der Sendung "Plattdütsch an´n Sünndag" auf NDR 1 Radio MV mit den beiden Kultfiguren Rolf und Jürgen. Der Band von Autor Manfred Brümmer - ebenfalls entstanden in Zusammenarbeit mit NDR 1 Radio MV - trägt den Untertitel "Niege Geschichten ut Plattdütsch an´n Sünndag".
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